Erfolgsstory dank der Golden Girls

Leichtathletik: Die LG Weserbergland wird 20 Jahre alt und ist noch immer ein Markenzeichen

HAMELN-PYRMONT. Im Hause Scharf gibt es derzeit viel zu feiern: 20 Jahre LG Weserbergland, 70 Jahre Werner Scharf. „Das machen wir aber nur im kleinen Kreis“, verzichte der Cheftrainer auf den ganz großen Bahnhof. Die Glanzzeiten sind zwar längst Geschichte – die LGW gilt aber noch immer als ein Markenzeiten in der Leichtathletik-Szene. Die Erfolgsstory begann seinerzeit aber noch ohne Scharf. Damals 1998 dürften nur Vereine eines Kreises eine Leichtathletik-Gemeinschaft gründen. Scharfs Mitstreiter Uwe Beerberg vom TSC Fischbeck, Marc Düwel damals beim MTV Coppenbrügge und Anton Ruscheinsky vom VfL Hameln – alle im Kreis Hameln-Pyrmont beheimatet - begannen zunächst allein. Erst nach einer Sondergenehmigung des NLV durfte Scharf mit seinem TV 87 Stadtoldendorf aus dem Kreis Holzminden ab dem Folgejahr dabei sein. Fortan hatte das blaue Trikot vier Sterne über dem Emblem – einen für jeden Verein. „Wir mussten etwas tun, um die Athleten auch in unserer Region zu halten. Die großen Vereine aus Hannover oder den anderen Hochburgen haben schon damals Geld bezahlt“, nennt Scharf seine Beweggründe. Heimische Atmosphäre, kompetentes Training und die Aussicht auf Staffel- und Mannschaftserfolge setzte er als Gegenpol zu der Konkurrenz aus Hannover, Braunschweig oder Göttingen.

Die Rechnung ging schnell auf. Schon im Jahr 2000 sorgte die LGW bei der Jugend-DM in Dresden für Aufsehen. Über 4x100 Meter gingen sowohl bei der B-Jugend und der A-Jugend die Titel an die LGW. Nicole Dempewolf war unter ihrem Mädchennamen Marahrens die erste Sprinterin, die bei der U23-EM internationale Medaillen holte. In Göteborg wurde sie Vize-Europameisterin mit der deutschen Nationalmannschaft. Sie war es auch, die Trainer Scharf und der LGW stets die Treue hielt. „Ich habe diese Zeit nie bereut. Was wir beim Sport gelernt haben, hat auch viel für das Leben gebracht“, sagt sie heute. Mit Cathleen Tschirch, Jala Gangnus und Nina Giebel bildete sie das legendäre Quartett der Golden Girls über 4x100 m. Dreimal in Folge holten sie zwischen 2006 und 2008 den deutschen Titel in der Staffel, dazwischen in der Hallensaison auch
noch zweimal über 4x200 Meter – ein absolutes Novum. „Beim dritten Titel hatten wir alle irgendwelche Verletzungen trotzdem unsere absolute Bestzeit von 44,29 Sekunden hingelegt“, erinnert sich Dempewolf. Auch Tschirch, die in Pirma schon ihre Karriere beenden wollte und dann unter der Regie von Scharf zur internationalen Topsprinterin mit Einsätzen bei WM und Olympia reifte, erinnert sich: „Das Weserbergland, den Trainer und die Mädels – das habe ich schon vermisst, als ich gegangen bin. Auch jetzt denke ich sehr gern an diese gigantische Zeit“, blickt sie zurück. Als Landestrainerin in Stuttgart bringt sie nun dem Nachwuchs die ganze Leichtathletik nahe. „Da kommen immer wieder Trainingsformen auf, die ich bei Werner Scharf gelernt habe“, sagt sie.

Mit dem Ende der Sprint-Ära änderte sich auch das Gesicht der LGW. Der ESV Hameln war schon länger im Boot, der Post SV Stadthagen mit seiner Top-Weitspringerin Merle Homeier – sie startete unlängst bei der U20-WM in Finnland – war für zwei Jahre Mitglied. Nach Differenzen über die Ausrichtung und Akquirierung von Athleten zog sich Ruscheinsky mit dem VfL Hameln 2009 zurück und machte in Eigenregie weiter. Doch die TSG Emmerthal war als neues fünftes Mitglied schnell gefunden. Neben dem Sprint war der Mehrkampf aber stets das zweite Standbein. Katinka Nowag sorgte mit dem Siebenkampf-DM-Titel 2000 für den ersten Höhepunkt. Deborah Brodersen mit ihren internationalen Einsätzen bei Jugend-EM und -WM in Bozen oder Kanada und Mara Zielonka waren ihre Nachfolgerinnen. Und natürlich Patrick Scherfose. Er war im LGW-Trikot der König der Athleten. „An die DM 2008 in Hannover kann ich mich noch sehr gut erinnern. Damals wurde ich bei der B-Jugend deutscher Vizemeister“, sagt er. Die U23-EM 2013 in Finnland und diverse Starts im Nationaltrikot bei Vergleichskämpfen mit den USA waren seine Höhepunkte. Und er brach auch jetzt noch eine Lanze für die LGW. „Sicher standen Wechsel zu Hannover 96 oder zum Studium in die USA im Raum. Aber was Werner Scharf in den ersten Jahren für mich getan hat, war einfach so viel, dass ich nicht für ein paar Hundert Euro mehr wechseln wollte.“ Und so soll es auch weitergehen. Scherfose und auch das einstige Sprint-Ass Nils Benze aus Emmerthal sind in die Trainer-Gilde aufgestiegen. Beerberg mit seinen Mehrkämpferin Sarah Neitz, Scharf mit Zehnkämpfer Tyl Rozok und Scherfose mit Stabhochspringerin Anne Bruns holten auch in diesem Jahr Landestitel. Die Luft wird zwar für die Leichtathletik generell dünner – aber Scharf und seine Mitstreiter wollen sich noch lange nicht zu Ruhe setzen. „Das Feuer brennt noch – auch wenn immer weniger Holz da ist“, so Scharf.

Quelle : Dewezet

Anne Bruns bleibt auf Höhenflug


PAPENBURG. Die Staffel-Träume des VfL Hameln sind bei der Landesmeisterschaft der Männer, Frauen und U18-Jugend nicht aufgegangen. In Papenburg kam das Jugend-Quartett mit Sofiya Linko, Pia Doering, Marie Bischoff und Claire Holz in 51,50 Sekunden auf den vierten Platz. Der VfL Eintracht Hannover auf Rang drei lag um 1,32 Sekunden voraus.

Und diese Zeit hatte sich auch Trainer Toni Ruscheinsky erträumt. Denn 50,20 Sekunden sind nötig, um bei der U18-DM dabei zu sein. „Die Platzierung geht in Ordnung, bei der Zeit haben wir uns mehr ausgerechnet“, sagte Co-Trainerin Maren Fasold. Für Doering ging es sofort nach dem Staffeleinsatz zum Hochsprung. Dort holte sie Rang fünf. Bis 1,58 Meter nahm sie jede Höhe im ersten Versuch. Als es bei 1,61 m auch um Silber ging, zeigte Doering Nerven. Über 100 Meter Hürden (15:51) kam im Vorlauf das Aus. Am ersten Tag war Doering mit ihren 4,94 m und Platz zehn im Weitsprung nicht ganz zufrieden. Den Endkampf der besten Acht wollte sie ebenso wie die Fünf-Meter-Marke erreichen. In den 100-Meter-Vorläufen waren Bischoff (13,08) und Holz (13,55) aus VfL-Quartett mit persönlichen Bestzeiten in die Meisterschaft gestartet. Den Zwischenlauf verpassten aber beide. Verlass war auf das Stabhochsprung-Quartett der LG Weserbergland. Die vier ersten Plätze der U18-Jugend gingen an die LGW. Anne Bruns wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann mit 2,90 m. Allerdings schaffte sie die 3,00 m nicht wie vor wenigen Wochen noch einmal. Für die große Überraschung hinter ihr sorgte Mirka Wendt. Sie steigerte sich auf 2,80 m und blieb ohne Fehlversuch. Tami Marie Vollerthun und Hanna Vahlbruch kamen über 2,60 m. Vahlbruchs einziger Fehlversuch bei dieser Höhe verwehrte ihr die Medaille. Bei den Männern kam Arne Dittrich (LGW) im Diskuswurf mit 38,08 m auf den fünften Platz. mha

Quelle : Dewezet

Benze läuft Kreisrekord


HAMELN. Bei der Kreismeisterschaft der Langstrecken im Weserbergland-Stadion hat Tarik Benze (M10/LG Weserbergland) in seiner Altersklasse über 800 Meter in 2:43,60 Minuten einen Kreisrekord aufgestellt.

Voll wie lange nicht ist es bei der Kreismeisterschaft der Langstrecken im Weserbergland-Stadion gewesen. 102 Renner drehten ihre Runden. Die von Tarik Benze (M10/LG Weserbergland) waren besonders schnell. Er gewann seine Klasse und toppte in 2:43,60 Minuten den Kreisrekord. „In der deutschen Rangliste ist er aktuell 22.“, jubelte Vater Nils Benze.

Sarahs Paukenschlag

LINGEN. Sarah Neitz gewann bei der Landesmeisterschaft im Blockwettkampf den ersten Niedersachsen-Titel ihrer Leichtathletik-Karriere. Die W15-Schülerin der LG Weserbergland holte mit 2484 Punkten Gold. Silber gab es für Nele Fasold vom VfL Hameln, die in der der W14-Klasse mit 2484 Punkten Vize-Meisterin wurde.

LINGEN. Sarah Neitz hat für einen Paukenschlag gesorgt. In Lingen holte sich die W15-Schülerin der LG Weserbergland bei der Landesmeisterschaft in den Blockwettkämpfen den ersten Niedersachsen-Titel ihrer Leichtathletik-Karriere.

Mit 2484 Punkten lag sie im Block Wurf am Ende vor Emily Kühn (MTV Hondelage/2410). Neitz starte im Weitsprung mit der persönlichen Bestleistung von 4,89 Metern. „Das war bemerkenswert, da sie am Tag zuvor noch einen Turnwettkampf absolviert hatte“, freute sich Trainer Uwe Beerberg. Das Festival der Bestleistungen ging weiter – im Kugelstoß aber erst nach dem Wachrütteln des Trainers. Erst letzten Versuch steigerte sich die Athletin auf 10,18 Meter – der erste Stoß über die Zehn-Meter-Marke. Mit dem 80-Meter-Hürdensprint in 13,59 Sekunden übernahm Neitz die Führung und verteidigte diese obwohl ihre 23,84 Meter mit dem Diskus von der Rivalin übertroffen wurden. Die Entscheidung fiel im 100-Meter-Sprint. „Favoritin war Sarah nicht“, meinte Beerberg. Doch im ersten Zeitlauf legte seine Athletin 13,24 Sekunden vor. „Ein schneller und auch technisch richtig starker Lauf“, lobte Beerberg. Doch Rivalin Kühn kam im folgenden Lauf nur auf 13,59 Sekunden – damit dar die Titel für Neitz eingesackt. Nur ein Ärgernis gab es. „Sarahs Punktzahl hätte als Qualifikation für die DM gereicht. Nur leider hat sich in diesem Jahr kein Ausrichter gefunden – diese DM fällt aus“, so Beerberg.

Auch Nele Fasold (VfL Hameln) jubelte über ihren zweiten Platz im Block Sprint/ Sprung der W14-Klasse mit 2484 Punkten. Nach dem mäßigen Auftakt im Hochsprung (1,36) schlug die Enttäuschung in Kampfgeist um. Die persönliche Bestzeit im 80-Meter-Hürdensprint und mit 12,57 Sekunden Platz eins in der niedersächsischen Jahresrangliste war die Antwort. Mit den weiteren persönlichen Rekorden im Speerwurf (26,32) und über 100 Meter (13,63) schlug schon Rang drei zu Buche. Der abschließende Weitsprung-Satz auf 4,70 Meter bedeutete den Sprung auf Platz zwei.

Marie Bischoff, ebenfalls für den VfL Hameln am Start, war dagegen geknickt. In der W15-Klasse kam sie im Block Sprint/Sprung mit 2383 Punkten nur auf Rang zwölf. Bei den M15-Jungen ging Jodocus Kalmbach (LGW) im Block Sprint/Sprung an den Start – und holte das LGW-Standard-Ergebnis an diesem Tag. Mit 2484 Zählern erreichte er exakt die gleiche Punktzahl wie Kollegin Neitz. Nur reichte das bei den Jungen lediglich zu Rang neun.

Quelle : Dewezet

Meister-Double für Tyl Rozok

PAPENBURG. Sprinten, springen, werfen, stoßen, laufen. Das komplette Programm der Leichtathletik beherrscht nicht jeder. Tyl Rozok schon. Und so wundert es auch keinen, dass der U-20-Junior der LG Weserbergland bei den Mehrkampfmeisterschaften in Papenburg einen Doppelsieg auf Landes – und norddeutscher Ebene feierte.

Rozok glänzte im Zehnkampf mit 5892 Punkten und ließ sich den Titel auch nicht im Fünfkampf (3281) nehmen. Einziger Wermutstropfen für ihn: Weil er beim Hürdenlauf des Zehnkampfes stürzte und so plötzlich mindestens 200 Punkte futsch waren, blieb sein großer Wunsch von der DM-Qualifikation (6200 Punkte) schon früh unerfüllt. „Das war sehr schade für Tyl, dennoch hat er eine ganz starke Leistung gezeigt“, stellte Trainer Uwe Beerberg fest. Er, Werner Scharf und Tim Rotmann kümmerten sich in Papenburg um die LG-Athleten. Und das Trio durfte sich noch über weitere Erfolge freuen. Ebenfalls bei der U-20 war auch Jakob Waldeck am Start, der trotz schmerzender Patellasehne, an der er sich schon beim Hochsprung verletzt hatte, durchbiss – und seinen ersten Zehnkampf auf der gehobeneren Ebene gleich mit dem Bronzeplatz abschloss. Seine Ausbeute: 4900 Punkte. Platz fünf im Fünfkampf (2725) rundete seine gelungene Vorstellung in Papenburg ab. „Hut ab vor dieser Leistung“, lobte Uwe Beerberg den Kampfgeist seines jungen Schützlings.

Die Medaillenausbeute der LG Weserbergland komplettierten dann die U-18-Juniorinnen Nela Rozok, Sarah Neitz und Lena Ratay. Sie holten zusammen 10361 Punkte im Siebenkampf und wurden Team-Vizemeister hinter dem Topfavoriten LG Celle (12421). „Wir sind damit sehr zufrieden, denn Celle ist im Moment eine Klasse für sich“, stellte Beerberg fest. Im Einzel reichte es für das Terzett nicht zu vorderen Plätzen. Rozok wurde Zehnte (3717), Ratay landete auf Rang 15 (3335) und Neitz (3309) auf Platz 16. Aber wo viel Glück ist, darf auch das Pech nicht fehlen. Und das hatte Lennart Granzow diesmal. Schon zum Auftakt des Zehnkampfes zog er sich beim Sprint über 100 m einen Muskelfaserriss zu und schied vorzeitig aus. Damit platzte auch Beerbergs Traum, eine Mannschaft bei der DM stellen zu können. Nach Granzows Ausfall waren die erforderlichen 16200 Punkte für die Qualifikation nicht mehr zu erreichen. Nick Rotmann wurde zudem noch Vierter im Zehnkampf der U-18 (4492).

Quelle : Dewezet

Schüler-Teams weiter in Topform

Staffel und Mehrkampfteamerfolg in Sarstedt


Unser M10-Schüler-Team war beim Mehrkampf mit Staffeln in Sarstedt wieder in herausragender Verfassung. In der Dreikampfeinzelwertung holte sich Fabian Bahtiri mit neuer absoluter Bestleistung von 992 Punkten die Silbermedaille vor Tarik Benze mit 984 Punkten, 5. wurde Mario Schütte mit 939 Punkten. Auf den Plätzen 6 und 8 folgten Jonas Homeier und Bent Kopperschmidt. Logisch, dass hierfür Topleistungen am laufenden Band gezeigt werden mussten.

Als Dreikampfmannschaft erreichten die 5 Athleten insgesamt 4.616 Punkte, das bedeutet aktuell Platz 2 in der niedersächsischen Landesbestenliste in der Altersgruppe U12.

Zum Abschluss des Tages rannte unsere 4x50m-Staffel in der Besetzung Jonas Homeier, Fabian Bahtiri, Tarik Benze, Mario Schütte mit 30,97 sek. erstmals unter 31 Sekunden. Damit siegte die Staffel vor dem TKJ Sarstedt und entführte den Wanderpokal gegen den Vorjahressieger an die Weser. Auch diese Zeit bedeutet aktuell Platz 2 in der niedersächsischen Landesbestenliste bei den U12 Schülern. Das ist umso erstaunlicher da die Jungs allesamt dem jüngeren Jahrgang angehören und in gleicher Besetzung noch im nächsten Jahr an den Start gehen können.