31.07.2025 Lotta auf dem Weg zur U20-Europameisterschaft

Lotta-Henrike Werner steht eine kleine Weltreise bevor. Mit Meisterschaften auf nationalem und internationalem Niveau. Samstag beginnt die Tour bei der deutschen Meisterschaft der Frauen in Dresden. Direkt nach dem Wettkampf geht es für die Dreispringerin der LG Weserbergland zurück ins Sportinternat Hannover, aber fast nur um den Koffer zu holen. Denn schon Sonntag geht es mit dem Zug nach Berlin, um dort Montagfrüh per Flug nach Helsinki zur U20-Europameisterschaft ins finnische Tampere zu reisen. Donnerstag steht dort ihr Dreisprung-Wettkampf an. 

„Das ist schon kurios, dass eine DM nur das Vorbereitungsprogramm ist. Aber ich soll dort bei den Frauen noch einmal antreten, um einiges aus dem Training zu verfestigen“, sagt Werner und hat auf den Rat ihrer Landestrainerin Annett Stein gehört.

Den ersten Reisestress nehmen die Eltern Ekkehard und Birgit auf sich, die den Taxi-Dienst nach Dresden auf sich nehmen. „Auch mein Opa Günter wollte eigentlich mich das erste Mal springen sehen. Er wohnt fast nebenan in Zwickau. Aber er hat keine Karten mehr bekommen. Da hat er beschlossen, auch nach Tampere zu reisen. Das freut mich riesig.“ Den wernerschen Fan-Club in Finnland komplettieren die Eltern sowie Schwester Nele, die mit Auto und Fähre die mehr als 2000 Kilometer nach Tampere auf sich nehmen.

Für Lotta Werner wird aber auch die Reise mit Zug, Flugzeug und den restlichen 200 Kilometer vom Airport Helsinki mit dem Bus in Finnlands drittgrößte Stadt Tampere ein Erlebnis. 

Das hatte eigentlich schon bei der U20-DM in Wattenscheid an gefangen, als sich Werner in einem Zentimeter-Duell erst in den letzten beiden Versuchen den dritten Platz im deutschen Duell Team für die U20-EM geholt hatte. In Unkenntnis der genauen Nominierungsrichtlinien gab es sogar erst Tränen der Enttäuschung, weil eine Rivalin zwar hinter Werner lag, aber zuvor eine bessere Weite im Nominierungskampf hingelegt hatte. Aber letztlich entschied die bessere Platzierung bei der DM. Aus Werners Frusttränen wurden damals Freudentränen. 

Aber selbst bei der Anprobe der Trikots und Nationalteam-Ausrüstung vor Ort, noch als der Koffer mit leuchtend gelben Trikots, Hemden und dunklen Trainingsanzug ankam, konnte die Athletin es noch nicht so recht fassen. Doch es wurde immer mehr offizielle Termine. Erst die Übergabe, dann die amtlichen Sachen und auch die Unterschrift und Versicherung, dass beim Wettkampf nur die offiziellen Nike-Sachen getragen werden dürfen – inklusiver der Winterjacke. Man weiß in Finnland ja nie.

Nur Schuhe dürfen die eigenen getragen werden. Da nimmt Werner auch ihre roten Glücksbringer-Latschen mit, die sie stets bei allen Wettkämpfen in den Pausen trägt. „Wahrscheinlich zieh ich die auch im Flugzeug an. Die sind so bequem“, meint Werner. 

Nur wenn nach den Reise-Strapazen am zweiten Tag in Finnland auch Fototermine anstehen, werden es wohl doch wieder Sportschuhe sein. Platz in dem großen Koffer war aber auch noch für private Klamotten und die Lieblingsverpflegung. Auf das gewohnte Porridge zum Frühstück und die Snaks beim Wettkampf kann Werner eben nicht verzichten. „Vielleich haben wir auch etwas Zeit, die Stadt zu erkunden“, so Werner. Tampere ist die Sauna-Hauptstadt Finnlands mit Unmengen an öffentlichen Saunen. 

Mehr Zeit wird sie aber wohl in Team-Hotel und Stadion verbringen. Natürlich gleich am Donnerstag beim ersten Auftritt im Stadion. Dann steht die Dreisprung-Qualifikation an und die Plätze für das Finale am folgenden Tag werden vergeben. „Ich lasse das alles auf mich zukommen. Mache mir keinen Druck. Gut drauf bin ich aber“, sagt die Athletin. 

Und genießen kann sie ihren ersten internationalen Auftritt auch. „Mit einem 100-köpfigen Team vor Ort zu sein, ist schon riesig. Da lernt man auch mal Sprinter, Werfer oder andere Athleten kennen“, sagt Werner. Der eigene Erfolg und auch die noch immer auf der Agenda stehen den 13-Meter-Marke wären auch schon. „Aber auch da mache ich mir keinen Druck. Das kommt schon alles.“ 

Fotos und Bericht von Matthias Abromeit


13.07.2025 Lotta Werner für EM nominiert

Dreispringerin Lotta Henrike Werner wurde vom DLV für die U20 EM in Finnland nominiert - obwohl sie einen Podestplatz bei der DM in Bochum-Wattenscheid knapp verpasste. Zu gute kam, dass sie die EM Norm schon im Vorfeld mit 12,95m am 24.05.25 in Hannover eingetütet hatte.

Lotta verpasste zwar mit 12,71m als 4. knapp das Podium bei der DM - fährt aber neben der Siegerin Antonia Bronnert (VfL Löningen) 13,23m und der Zweitplatzierten Lotta Edzards (SCC Berlin) 13,11m mit nach Tampere vom 07.08.-10.08.25 - weil die 3. Masha-Sol Gelitz (GSV Eintr. Baunatal) mit 12,84m nicht die EM Quali erreicht hat.

So war die Freude bei Lotta riesengroß - als der Bundestrainer Nachwuchs Dreisprung - Massala-Daniel Felski - nach Beendigung des Wettkampfes die Botschaft überbrachte,  dass sie in Finnland dabei ist. Aus den Tränen der Enttäuschung über die verpasste Medaille - wurden Freudentränen.

Ihre Trainerin - Landestrainerin, Annett Stein - hat tolle Arbeit für den Niedersächsischen Leichtathletik Verband (NLV) und für  unsere LG geleistet und wurde mit dem Sieg der Löningerin, Antonia Bronnert und der Leistung von Lotta - belohnt. Jetzt heißt es, beide Mädels für die EM vorzubereiten.

Die LG Weserbergland drückt Lotta (und dem DLV Team natürlich)  für den ersten internationalen Start die Daumen.


Uwe Beerberg

Foto

v. l. Lotta Werner, Annett Stein, Antonia Bronnert

13.07.2025 Dreisprung Deutscher Vizemeister U18

Im Dreisprungwettbewerb bei den 38. Deutschen Meisterschaften der männlichen Altersklasse U18 im Wattenscheider Lohrheidestadion waren 24 Athleten am Start. Mit Tarik Benze und Mario Schütte waren die LG Weserbergland mit einem aussichtsreichen Duo vertreten.

Im ersten Durchgang legte Schütte einen vielversprechenden Versuch vor, leider ungültig und übertreten. Um es seinem Teamkollegen nicht gleich zu tun, ging Benze seinen ersten Versuch mit einigem „Sicherheitsabstand“ zum Absprungbrett an, 13,78m. Mario ging im 2. Versuch ebenfalls auf „Nummer sicher“, seine 13,12m und Platz 20 waren sein Resultat. Im dritten Versuch lief Schütte durch und musste bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft nach dem Vorkampf seine Sachen packen. Vor seinem dritten Versuch war Tarik plötzlich nur noch auf Platz 8 der Rangliste, konnte aber nicht mehr von den nachfolgenden besser platzierten Springern verdrängt werden. Dennoch war Benze danach voll da. Dynamischer Anlauf, Hop-Step-Jump… Auf sein Sprunggefühl vertrauend, warf Tarik danach etwas unzufrieden den Sand in die Grube. Die umstehenden Zuschauer schauten etwas ungläubig, hatte Tarik doch gerade eine neue persönliche Bestleistung mit 14,37m übersprungen. Daß der Versuch aufgrund zu großer Windunterstüzung nicht den Eingang in die Deutschen Bestenliste findet, war egal. Weiter zum 6. Versuch: nachdem seine direkten Mitstreiter um einen Medaillenplatz Paul Klingenhof und Justin Hopfensitz nicht mehr zulegen konnten, stand für den Emmerthaler als Vorletzter Springer die Silbermedaille bereits fest. Es folgte sein letzter Versuch. Voll fokussiert rannte Tarik unter dem rhythmischen Klatschen der Zuschauer los, merkte kurz dem Absprung, daß die Schrittfolge nicht ganz passt und brach den Versuch. Sieger Joel Yamah sprang danach noch die Siegerweite von 14,60m. Doch Tarik freute sich nun riesig über seine erste DM-Medaille.

Coach Nils Benze war natürlich sehr stolz auf seinen Sohn: „Ich denke, daß ist der größte Erfolg in der Leichtathletik eines U18-Athleten in unserem Landkreis seit mindestens 15 Jahren. Der Dank gilt auch Landestrainerin Annett Stein, die Tarik in den letzten Monaten stark unterstützt hat. Mal schauen, was die Zukunft noch bringt.“

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